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Bokashi


Nachdem ich letztes Jahr einen Thermokomposter gekauft habe, und voller Freude heuer im Frühjahr diesen umsetzen wollte, kam die herbe Enttäuschung... Küchenabfälle im Komost machen sich nicht gut. Nicht nur dass ich rund 30 Mäuschen damit gezüchtet hatte, so war nur ein kleiner Teil wirklich schöner Kompost geworden. Der Rest war naß, schwer und roch ekelhaft.

Also musste eine andere Lösung her.

Ich hab mich nun intensiver mit der Kompostierung beschäftigt und gelernt, dass Küchenabfälle aus gutem Grund nicht auf den Kompost sollen. Sie sind oft viel zu naß. Und einen Komposter "setzt man an". Das heißt, man sammelt daneben und baut dann einen Komposter auf, wenn man genug zusammen hat. Trockenes Material abwechselnd mit nassem Material. Dann darf das ganze einige Tage kompostieren. Da wird es dann so richtig heiß in der Kiste. Bis zu 70, 80°C können im inneren des Komposters entstehen. Diese Temperatur tötet dann die meisten Keime, Krankheitserreger und auch Un(Bei)krautkeimlinge ab. Da diese Hitze nur im Inneren entsteht, muss man den Komposter nach wenigen Wochen umsetzen und das äußere Material in den neuen Haufen ins Innere befördern... Also eine ziemlich aufwändige Geschichte... und die nährstoffreichen gekochten Essensreste wandern erst wieder in die Biotonne, da sie auch auf einem solchen Komposter nix verloren haben.

So bin ich auf Bokashi gestoßen. Meine Mutter schwört seit einigen Jahren darauf, aber ich wollte es zuerst nicht recht annehmen...

Zuviel Marketing hinter dieser Gaudi... nur die effektiven Mikroorganismen wären es... und einen Spezialkübel muss man dazu haben... kostet alles und ich bin überzeugt, dass es auch anders geht.

Also hab ich im Internet gestöbert und bin fündig geworden. Mit zwei Kübeln aus Polyethlyen mit dichtem Deckel, einem Blumentopf aus Kunststoff (solche wo man beim Gärtner die Tomatensetzlinge z.B. bekommt) und ein wenig Werkzeug kann man einen solchen Bokashi-Kübel herstellen. Den einen Kübel so abschneiden, dass er zur Gänze im anderen Platz findet, den Blumentopf am Boden als Abstandshalter dazwischenstellen, in den inneren Kübel Löcher in den Boden bohren, zwei Griffe oben stehenlassen und nach innen knicken. Deckel auf den Äußeren Kübel und fertig ist die Gaudi.

Hab mir zwei solcher Kübel gebaut, damit der eine reifen kann, während der andere befüllt wird.

Statt der effektiven Mikroorganismen hab ich mir den sogenannten Brottrunk von Kanne besorgt. Gibt es in der 0,7L-Flasche um 2,50€ bei Denn's Bio-Supermarkt. Dieser Brottrunk wird mit Milchsäurebakterien aus Bioroggenbrot vergoren und soll ähnlich dem russischen Kwas sein. Rein in eine Sprühflasche mit Pumpe.

Ich hab einen kleinen Kübel, in dem sammle ich die Speisereste in der Küche. Zwei-, dreimal in der Woche fülle ich diese dann in den großen Bokashi-Eimer um, besprühe dann die neue Lage mit etwas Brottrunk (so dass die ganze Oberfläche besprüht ist) und drücke mit einem leeren Gurkenglas, das am Bokashi-Eimer bereitsteht den ganzen Pampf zusammen. Ein Gurkenglas deswegen, weil es schön handlich ist und sich wunderbar reinigen lässt und vor allem stabil ist.

Heute war der erste Kübel fertig gereift. Nein, nicht ganz... aber der zweite war vom Besuch am Wochenende schon so voll, dass ich keinen Platz mehr hatte. Aber der erste Kübel reifte ohnehin fast zwei Wochen. Ich hab auch ein paar Lagen Urgesteinsmehl dazwischen gestreut. Schaut zwar ekelhaft aus, bindet aber ein wenig die Gerüche und reichert das ganze mit Mineralien an.

Ich hab also den Kübel geöffnet. Und siehe da, er schaute echt unappetitlich aus. Eine zarte weiße Flaumschicht war ganz oben, aber es roch vorzüglich nach Sauerkraut. Kein ekelerregender Gestank, kein Faulgeruch... nein, appetitlicher Sauerkrautgeruch entwich aus dem Kübel.

So zog ich im neuen Tomatenbeet einen relativ tiefen Graben (ca 15-20 cm tief und breit) und verteilte den Inhalt des inneren Kübels darin. Intensiver Sauerkrautgeruch begleitete meine Arbeit... Aber genau so soll es bei Bokashi auch sein. Milchsäuregärung von Speiseresten ermöglicht nun auch gekochtes und sogar Fleischreste zu kompostieren!!! Und das suchte ich. Da auch Fleisch und gekochtes darin landete und trotzdem nur Sauerkraugeruch entstand, bin ich nun überzeugt davon.

Hab den Graben wieder zugeschüttet und gut gegossen. Jetzt muss das Zeugs noch 2 Wochen in der Erde "reifen" - sprich von Mikroorganismen und Regenwürmern in Erde verwandelt werden. Dann kann man frisches Gemüse darauf Pflanzen. Genau rechtzeitig wenn die Tomaten in den Garten kommen und das Tomatenhaus sein Dach erhält.

Im äußeren Kübel sammelt sich doch einiges an brauner Flüssigkeit. Diese hab ich sehr stark verdünnt auf mehrere große Gießkannen aufgeteilt und damit den restlichen Gemüsegarten gegossen. Achtung, die Empfehlungen gehen von 1:20 bis 1:200 für die Verdünnung des Bokashi-Saftes bei der Düngung.

Bin schon gespannt, ob und wie sich mein Gemüse und vor allem meine Tomaten dann entwickeln werden.

Bleib dran, ich werde berichten.
Bokashi Garten Kompost Küchenabfälle Selbstversorgung



 



 
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Hilfe in der Not


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